Leben in den USA - Unterschiede zur Schweiz
Obwohl die USA und die Schweiz auf den ersten Blick viele Gemeinsamkeiten haben, gibt es im Alltag zahlreiche Unterschiede, die du erst bemerkst, wenn du längere Zeit dort lebst. Da du nun ein Semester oder ein Jahr dort verbringen wirst, nenne ich dir in diesem Kapitel die wichtigsten Punkte, damit du gut vorbereitet bist und keinen Schock erlebst oder etwas gar nicht verstehst.
Gesellschaft und Kultur
Neben den offensichtlichen Unterschieden gibt es auch kulturelle Besonderheiten, die du erst nach einiger Zeit wirklich wahrnimmst.
Patriotismus und Nationalstolz
Was dir sofort auffallen wird, ist, wie stolz die Amerikaner*innen auf ihr Land sind. Sie sind richtige Patrioten. In jedem Supermarkt, bei grossen Dealerships und in jeder Nachbarschaft wirst du die amerikanische Flagge sehen. Du solltest wissen, dass diese Flagge für viele fast heilig ist, behandle sie also immer mit Respekt. Sei vorsichtig, dass du nichts gegen die USA sagst und vor allem deine politische Ansicht nicht offen besprichst, da die Lage zwischen den Demokraten und den Republikanern angespannt ist.
Auch die Nationalhymne wird ein wichtiger Teil deines Lebens in den USA sein. Bei jedem grossen Sportanlass oder an Meetings wird zuerst die Nationalhymne gesungen. Dabei schaust du die Flagge an. Wichtig ist, dass du keine Kopfbedeckung trägst und immer aufstehst. Mitsingen oder die Hand auf das Herz legen musst du jedoch nicht.
Nicht die Nationalhymne, aber trotzdem sehr bekannt ist die Pledge of Allegiance. Ihr begegnest du jeden Morgen am Anfang der Schule. Auch dabei musst du aufstehen und dich zur amerikanischen Flagge wenden. Auf die Pledge of Allegiance folgt dann ein Moment of Silence.
Feiertage wie Thanksgiving oder der Independence Day spielen eine wichtige Rolle, da die Amerikaner*innen dann ihren ganzen Nationalstolz ausleben. Falls dich das interessiert, findest du dazu mehr unter «Besondere Erlebnisse und Traditionen».
Religion
Die Religion, in den meisten Fällen das Christentum, spielt in den USA eine grosse Rolle. Es besteht eine grosse Chance, dass du an einem Sonntag in die Kirche gehen wirst. Diese sind anders aufgebaut als in der Schweiz. Auch Gebete vor dem Essen sind nicht selten. Ich habe das nicht erlebt, da meine Gastfamilie nicht gläubig war und nur selten in die Kirche ging. Wichtig ist, dass du offen für dieses Erlebnis bist, da die Amerikaner*innen dieses Thema sehr ernst nehmen.
Die amerikanische High School
Das Schulsystem der amerikanischen High School unterscheidet sich deutlich von dem der Schweiz. Es gibt keine Pflichtfächer und du kannst deinen Stundenplan mehrheitlich selbst zusammenstellen. Deshalb gibt es auch keine festen Klassen, wodurch du immer mehr Leute kennenlernst. Die Schule ist nicht nur ein Ort zum Lernen, sondern auch ein Ort für Sport, Clubs und Veranstaltungen, die stark miteinbezogen werden. Mehr dazu findest du im Kapitel zur amerikanischen High School.
School Spirit und Schulveranstaltungen
Es gibt einen starken School Spirit, den du in der Schweiz nicht zu spüren bekommst. Footballspiele, Schulfarben, Maskottchen, Bälle, Themenwochen zum Verkleiden und vieles mehr werden von den Schüler*innen der Schule organisiert. Sei also offen und nimm an diesen Events teil. Auch hier findest du mehr Details im Kapitel zum amerikanischen Schulsystem.
Grössen und Distanzen
Alles wirkt grösser: Autos, Strassen, Supermärkte und vor allem beim Essen sind die Portionen riesig. Auch die Distanzen sind grösser. Die USA sind ein Autoland, und wenn du nicht in einer Stadt lebst, kommst du nicht ohne Auto aus. Eine Fahrt von 30 Minuten gilt in den USA teilweise als kurze Distanz, während du in der Schweiz in dieser Zeit bereits in einer anderen Stadt sein kannst.
Nicht die eine amerikanische Kultur
Es gibt nicht «die eine» amerikanische Kultur. Deine Erfahrungen können sich je nach Bundesstaat, Region, Stadt und Gastfamilie sehr stark unterscheiden. Nur weil es an einem Ort so ist, heisst das nicht, dass es an einem anderen Ort genauso ist. Das hängt unter anderem von der Politik und der kulturellen Vielfalt ab. Eine Person, die in einer Grossstadt am Meer lebt, erlebt die USA ganz anders als eine Person, die auf dem Land in einem kleinen Dorf lebt.
Offenheit und zwischenmenschliche Beziehungen
Nicht nur die Umgebung und der Alltag sind anders, auch der Umgang zwischen den Menschen kann sich deutlich von deinen Gewohnheiten in der Schweiz unterscheiden.
Freundlichkeit und Small Talk
Du wirst schnell merken, dass Amerikaner*innen sehr freundlich und gesprächig sind. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass du mit komplett fremden Personen ins Gespräch kommst. Das kann dir besonders am Anfang helfen, mit Jugendlichen in Kontakt zu kommen. Small Talk wird aber überall geführt, mit Kassierer*innen, Nachbar*innen oder anderen Angestellten. Das bist du wahrscheinlich nicht gewohnt, deshalb ist es anfangs etwas ungewohnt. Sei immer freundlich und habe ein Lächeln auf dem Gesicht, dann können lustige und gute kurze Gespräche entstehen.
Auch bei persönlichen Gesprächen bemerkte ich einen Unterschied: Fragen, die ich in der Schweiz teilweise als sehr persönlich empfunden hätte, wurden in den USA viel selbstverständlicher gestellt.
Freundschaften
Falls du noch nie umgezogen bist, kanntest du immer eine kleine Gruppe von Leuten. In den USA ist das nicht der Fall, du kennst niemanden. Erschwerend kommt dazu, dass sich die meisten Leute dort bereits kennen, da sie seit dem Kindergarten in der gleichen Stufe sind.
Wenn jemand freundlich zu dir ist, heisst das nicht direkt, dass daraus eine enge Freundschaft entsteht. Die Amerikaner*innen sind oft oberflächlich. Das bedeutet, sie sind nett und reden mit dir, schliessen aber nicht so schnell eine enge Freundschaft, wie du es aus der Schweiz gewohnt bist.
Es gibt überall die Möglichkeit, neue Freunde zu finden. In den USA starten solche Gespräche mit «Hi, how are you?» oder «Yo, what’s up?». Daraus entstehen dann von allein kleine Gespräche und du merkst, wer ähnlich tickt wie du.
Obwohl es relativ einfach war, erste Kontakte zu knüpfen, dauerte es etwas länger, bis daraus engere Freundschaften entstanden. Achte darauf, dass du ähnliche Interessen pflegst, also zum Beispiel denselben Sport ausübst.
Wie bereits erwähnt, sind Sportteams, Clubs und andere ausserschulische Veranstaltungen der perfekte Ausgangspunkt für neue Freundschaften. Mit der Zeit wirst du automatisch einen guten Freundeskreis finden.
Was ebenfalls schwierig oder neu sein kann: Du kannst dich nicht einfach mit deinen Freunden treffen. In den USA musst du immer etwas vorsichtiger sein. Wenn du mit Freunden rausgehen möchtest, brauchst du ein Auto und einen sicheren Fahrer. Ausserdem ist es nicht selten, dass deine Gastfamilie die Personen zuerst kennenlernen möchte oder sogar deinen Standort haben will. Das war für mich nicht immer verständlich. Ich konnte nicht zu jemandem nach Hause, bevor meine Gastfamilie diese Person kennengelernt hatte, da sie sich verantwortlich fühlen und noch einmal extra vorsichtig sind.
Am Anfang meines Austausches lernte ich viele neue Leute kennen und blieb mit vielen in Kontakt. Über die Zeit konnte ich aber feststellen, mit welchen Personen ich wirklich gerne Zeit verbringe und wer echte Freunde sein können. Falls du am Anfang nicht mit vielen Leuten in Kontakt kommst oder merkst, dass du mit niemandem eine richtig gute Beziehung hast, ist das völlig normal. Bei mir hat es etwa drei Monate gedauert, bis ich mich wirklich eingelebt und eine gute Anzahl engerer Freunde gefunden hatte.
Gastfamilie
Das Zusammenleben mit einer Gastfamilie erfordert besonders viel Offenheit, da du den Alltag plötzlich mit Menschen teilst, die du vorher nicht kanntest. Vor allem am Anfang fühlst du dich noch nicht wie zu Hause und traust dich nicht, dieselben Dinge zu tun wie bei dir daheim. Bei mir dauerte es zum Beispiel etwas, bis ich ohne schlechtes Gewissen Essen aus der Pantry genommen habe.
Du kannst auch auf eine andere Familiensituation stossen. Ich hatte vorher eine ältere Schwester, nun hatte ich zwei jüngere Brüder. Meine Gastfamilie hatte ausserdem zwei Hunde, obwohl ich vorher noch nie einen Hund hatte. Dadurch hast du neue Gewohnheiten und Erwartungen an deine Position in der Familie. Es kann andere Ernährungsweisen, verschiedene Essenszeiten, andere Aufgaben im Haushalt und vieles mehr geben. Hier musst du nur offen sein, dann wird alles gut kommen. Bei mir dauerte es nicht lange und ich fühlte mich wie ein offizielles Familienmitglied, was sich sehr schön anfühlte.
Auch wenn es schwierig für dich ist, ist es sehr wichtig, dass du über Probleme redest. Schön wäre es, wenn du allfällige Probleme mit deiner Gastfamilie lösen kannst. Falls das gar nicht geht, kannst du immer deine Local Representative kontaktieren.
Wie bereits angetönt, gibt es neue Regeln und Erwartungen, die du von deiner Familie vielleicht nicht gewohnt bist. Hier ist es extrem wichtig, dass du diese Regeln beachtest und einhältst. Du bist in einem anderen Land mit einem anderen Umfeld, da ist es logisch, dass nicht alles gleich bleiben kann. Auch wenn die Regeln für dich nicht nachvollziehbar sind, halte sie ein. Nach einer gewissen Zeit kannst du mit deiner Gastfamilie darüber reden und sie etwas anpassen.
Je nach Familie lernst du auch neue gemeinsame Aktivitäten kennen. Bei vielen Familien ist der Sonntag für die Kirche reserviert, und oft wird von Austauschschüler*innen erwartet, dass sie mitgehen. Ich selbst ging nie in die Kirche, da meine Gastfamilie nicht sehr gläubig ist. Sonst empfehle ich dir, am Anfang mitzugehen. Falls du merkst, dass es wirklich nichts für dich ist, kannst du immer noch das Gespräch mit deiner Gastfamilie suchen. Daneben gibt es auch Spielabende und vieles mehr. Sei offen und bringe ihnen etwas von deiner Kultur bei.
Unterschiede zwischen verschiedenen Regionen
Dabei darf jedoch nicht vergessen werden, dass es nicht die eine amerikanische Art gibt, mit anderen Menschen umzugehen. Meine Erfahrungen wurden stark von meiner Gastfamilie, meiner Schule und meinem Umfeld geprägt.
Nicht jeder Amerikaner und jede Amerikanerin ist gleich offen. Auch hier gibt es Unterschiede je nach Region, Stadt und ländlichem Gebiet. Vieles hängt von deiner Gastfamilie ab. Ich hatte sehr viel Glück, auch mit meinen Nachbarn, da ich von Anfang an behandelt wurde, als würde ich schon ewig dort leben.
Mobilität und Fortbewegung
Einer der grössten Unterschiede, den ich während meines Austauschjahres bemerkte, war die Art und Weise, wie du dich im Alltag fortbewegst.
Ohne Auto geht fast nichts
In der Schweiz erreichst du dein Ziel mit Zug, Bus oder zu Fuss. In den USA ist das nicht möglich. Du brauchst ein Auto, sonst bist du ziemlich eingeschränkt. Busse gibt es nur in den Städten, Züge gibt es kaum und zu Fuss gehen kannst du nur innerhalb der einzelnen Nachbarschaften. Vor allem als Austauschschüler*in ohne eigenes Auto kann das besonders ungewohnt sein, da du von deiner Gastfamilie oder deinen Freunden abhängig bist, um irgendwohin zu gelangen.
Weniger Freiheit als in der Schweiz
Da du nun mit einer Gastfamilie lebst, bist du etwas mehr an sie gebunden und kannst nicht mehr so «frei» wie in der Schweiz leben. Du kannst nicht einfach spontan entscheiden, etwas zu unternehmen, da du auf den Transport durch eine andere Person angewiesen bist.
Grosse Distanzen
Die USA sind auf das Auto ausgelegt und die Distanzen zwischen den einzelnen Orten sind sehr gross. Während du in der Schweiz nach einer 30-minütigen Fahrt in einer anderen Stadt ankommst, bist du in den USA noch in der gleichen Region. Allein aus der Nachbarschaft zu kommen, kann über zehn Minuten dauern.
Kein Fahrausweis und Fahrdienst durch andere
Als Austauschschüler*in darfst du in den USA keinen Fahrausweis machen, obwohl das normalerweise ab sechzehn möglich wäre. Öffentlichen Verkehr gibt es sehr selten, deshalb hast du nur zwei Möglichkeiten: Du läufst, was ich manchmal vom Gym aus gemacht habe, oder jemand fährt dich herum. Das fühlt sich auch ein wenig komisch an, da du immer jemanden nach einer «Ride» fragen musst.
Fahrrad fahren
Am Anfang kaufte ich mir ein gebrauchtes Fahrrad, merkte aber schnell, dass es mir persönlich nicht viel bringt. Sobald du die Nachbarschaft verlässt, ist es zu gefährlich, da es weder Fahrradspuren noch gute Fussgängerzonen gibt.
Alltagsleben und Gewohnheiten
Viele Unterschiede zeigen sich nicht in grossen Ereignissen, sondern in den kleinen Gewohnheiten des täglichen Lebens.
Essen
Wie bereits erwähnt, sind die amerikanischen Portionen viel grösser als in der Schweiz. In jedem Restaurant bekommst du bei Softdrinks gratis Refills. Oft gibt es auch gratis Brot oder andere «Grüsse» aus der Küche. Es ist normal, sich eine Box mit dem restlichen Essen für den nächsten Tag mit nach Hause zu nehmen. Sei also nicht geschockt, wenn du einen Teller bekommst, der auch für zwei Personen reichen würde.
Fast Food ist im Alltag ganz normal. Oft wird bestellt oder du fährst kurz durch den Drive-Thru. Diese sind sehr beliebt und werden für die verschiedensten Dinge genutzt. Jugendliche sind die Einzigen, die oft das Auto zum Essen verlassen.
Die Essenszeiten können variieren. Bei meiner Familie haben wir im Vergleich zur Schweiz eher spät gegessen. Normalerweise wird in den USA aber eher früh gegessen. Bei mir war es etwas anders, da beide meiner Gasteltern länger arbeiteten.
Im Vergleich zur Schweiz habe ich in den USA mehr Fast Food gegessen und auch mehr bestellt. Das kann aber von der Familie abhängen. Ich hatte immer mehr als genug selbst gekochtes Essen, was nicht bei allen Familien der Fall ist.
Aus der Schweiz war ich es gewohnt, dass wir alle zusammen an einem Tisch essen. In den USA war das nicht immer der Fall, sehr oft haben wir auf dem Sofa vor dem Fernseher oder in unserem Spielraum gegessen.
Trinkgeld und Bezahlen
Du hast sicher schon von der Trinkgeldkultur in den USA gehört. Für fast jeden Service wird Trinkgeld erwartet. Es ist keine Pflicht, du solltest in einem Restaurant aber ca. 20 % Trinkgeld geben. Das gilt allerdings nur, wenn du bedient wirst. Auch in anderen Situationen wirst du nach Trinkgeld gefragt, dort kannst du aber ohne schlechtes Gewissen auf «No Tip» klicken.
Ausserdem ist die Sales Tax in den USA nicht im Preis eingerechnet. Zum angeschriebenen Preis musst du die Tax immer noch dazurechnen. Das ist am Anfang ungewohnt, aber nach einer Zeit hast du dich daran gewöhnt.
Zu meiner Zeit musste ich immer eine Karte mittragen. Soweit ich weiss, sollte Apple Pay aber mittlerweile überall akzeptiert werden. Etwas Cash für den Notfall ist nicht schlecht, aber kein Muss.
Wohnen
Ich lebte in einer typisch amerikanischen Nachbarschaft. Die Häuser, die du aus Filmen und dem Internet kennst, gab es bei mir überall. Ich wohnte in einer klassischen Suburb, also einer kleinen Vorstadt der Hauptstadt des Bundesstaates Virginia.
Die Häuser sind im Vergleich eher grösser gebaut. Bei jedem Haus, in dem ich war, gab es ein Gästezimmer und ein Bad. Das Vorurteil, dass die Häuser aus Pappe sind, stimmt teilweise, da du erkennen kannst, dass sie nicht so stabil gebaut werden wie bei uns.
Jede Nachbarschaft hat ihren eigenen Namen und es gibt kleine Gruppen, die darauf achten, dass alles schön und gepflegt aussieht. Meistens gibt es auch einen Community Pool, der für alle aus der Nachbarschaft zugänglich ist. In solchen Nachbarschaften kannst du nur wohnen, es gibt weder Einkaufsmöglichkeiten noch Arbeitsstellen.
Einkaufen
Wenn du das erste Mal in einen Supermarkt wie Walmart gehst, kannst du es kaum glauben. Diese sind riesig und du siehst kaum das Ende des Gebäudes. In einem Walmart findest du alles von Essen über Elektronik bis hin zu Gartenartikeln und Spielsachen. Je nachdem lohnen sich kleinere Läden mehr, da einer die bessere Qualität und der andere die tieferen Preise hat.
Die Öffnungszeiten sind ebenfalls anders. Erstens ist alles immer offen, der Sonntag ist nicht wie hier ein Ruhetag. Einzelne Geschäfte sind sonntags zu, aber das ist sehr selten. Auch sonst haben die Läden früher und bis spät abends offen, einige sogar bis drei Uhr nachts. Du kannst also sehr flexibel sein und musst nicht lange im Voraus planen.
Die Auswahl ist viel grösser, als du es von hier gewohnt bist. Du findest alles in den verschiedensten Varianten und Grössen. Die Packungen sind auch riesig, da es Grosshändler wie Costco gibt, die diverse Dinge in Bulk, also in grossen Mengen, anbieten.
Tagesablauf
Hier sage ich nur kurz etwas, da ich den Tagesablauf später noch ausführlich darstelle. Du hast natürlich immer Schule. Da sie aber früh fertig ist, hast du viel Zeit für Sport und Freizeit. Von zu Hause aus bist du den ganzen Tag weg, bis die Schule fertig ist, danach folgen Hausaufgaben und das Abendessen.
Freizeit
In der Freizeit kannst du dich wie in der Schweiz mit Freunden treffen. Es gibt keine grossen Unterschiede, nur je nach Standort kann das Angebot anders aussehen. Bekannt sind das Kino, das Gym und die grossen Malls. Aber auch einfach in Walmart herumhängen und sich Fast Food holen macht Jugendliche glücklich.
Mit der Gastfamilie unternimmst du ebenfalls verschiedene Dinge. Wir haben zum Beispiel oft Sportspiele und Kartenspiele gespielt.
Sicherheit und Regeln
Das Schulgelände ist stark abgeriegelt. Ohne Pass kommst du nach der Einlasszeit nicht hinein, alles wird von Kameras aufgenommen und ein Polizist ist vor Ort. An einigen Schulen gibt es ausserdem Metalldetektoren. Diese Sicherheitsmassnahmen gibt es leider wegen früherer Amokläufe an amerikanischen Schulen. Sie sollen verhindern, dass sich so etwas wiederholt. Auch das Gelände kannst du nicht einfach ohne Grund verlassen. Es sind viele Autos und Schulbusse unterwegs, deshalb ist alles genau koordiniert.
Auf die Toilette gehen oder das Zimmer verlassen kannst du nur mit einem unterschriebenen Pass. Auch die Gänge werden gut kontrolliert, da die USA einen gewissen Ruf wegen Waffengewalt an Schulen haben.
Oft kannst du abends nicht lange draussen etwas unternehmen, da die USA im Dunkeln allein nicht sehr sicher sind. Auch das Treffen mit Freunden ist, wie bereits erwähnt, nicht dasselbe, wie du es von hier gewohnt bist. Du bist generell vorsichtiger und kontrollierst alles doppelt.
Sprache im Alltag
In der Schule lernst du das formale Englisch. Im Austausch merkst du aber schnell, dass nur sehr wenige so reden und dass oft Slang und Redewendungen verwendet werden. Daran musst du dich am Anfang erst gewöhnen. Bei Textnachrichten gibt es auch Abkürzungen, und du fühlst dich etwas dumm, jedes Mal nachzufragen, was sie denn nochmal bedeuten.
Wie bereits erwähnt, ist der Small Talk in den USA auch viel wichtiger als hier. Dazu findest du alles im Teil «Offenheit und zwischenmenschliche Beziehungen».