Das amerikanische Schulsystem
Die amerikanische High School ist ein wichtiger Bestandteil eines Austauschjahres in den USA. Als Austauschschüler*in verbringst du einen grossen Teil deines Alltags in der Schule und lernst dort nicht nur, sondern findest auch neue Freunde und nimmst an verschiedenen Aktivitäten teil. Das amerikanische Schulsystem unterscheidet sich in vielen Bereichen deutlich vom Schweizer Schulsystem. Besonders die Fächerwahl, der Aufbau des Stundenplans, die Unterrichtszeiten und die Leistungsbewertung können zunächst ungewohnt sein.
Doch die High School ist in den USA mehr als nur ein Ort zum Lernen. Sportteams, Clubs und andere schulische Aktivitäten spielen eine wichtige Rolle im Alltag der Schüler*innen und tragen stark zum sogenannten School Spirit bei. In diesem Kapitel zeige ich dir, wie das amerikanische Schulsystem aufgebaut ist und welche Unterschiede zwischen einer amerikanischen High School und einer Schweizer Schule bestehen. Dabei gehe ich auch auf meine eigenen Erfahrungen während meines Austauschjahres ein.
Aufbau des amerikanischen Schulsystems
Von der Preschool bis zur High School
Wie auch in der Schweiz gibt es in den USA verschiedene Altersstufen, die von der Preschool (Kindergarten) über die Elementary School (Primarschule) und Middle School (Oberstufe) bis zur bekannten High School (Gymnasium) reichen. Anschliessend gibt es die Möglichkeit, ein College zu besuchen oder sich einen Job zu suchen. Ich setze meinen Fokus auf die High School, da du dort auch deinen Austausch verbringen wirst.
In den USA gilt die Schulpflicht, wobei ein Schuljahr aus zwei Halbjahren besteht. Je nach Ort und Schule dauert das Schuljahr von August bis Juni. Es gibt ein Zeugnis pro Quartal, wobei aber nur die Zeugnisse der beiden Halbjahre ausschlaggebend sind.
In den USA gibt es öffentliche, private sowie konfessionelle Schulen. Auch hier lege ich den Fokus auf die öffentlichen Schulen, da diese im Allgemeinen sehr ähnlich sind.
Klassenstufen und Bezeichnungen
Die High School in den USA umfasst die 9. bis 12. Klasse, wobei die Schüler*innen zwischen 14 und 18 Jahre alt sind. Diese Klassen werden in vier Bezeichnungen aufgeteilt: Freshman (9. Klasse), Sophomore (10. Klasse), Junior (11. Klasse) und Senior (12. Klasse).
Als Austauschschüler*in bist du normalerweise ein Junior. Falls du jedoch die 11. Klasse in der Schweiz bereits absolviert hast, lege ich es dir ans Herz, dich als Senior anzumelden. Im Verlauf des Jahres stehen dir viele interessante Aktivitäten zur Verfügung, die du sonst nicht machen kannst.
Graduation und High School Diploma
Sehr bekannt und auch ein Traumerlebnis ist die amerikanische Graduation und das High School Diploma. Als Amerikaner*in musst du gewisse Credits erreichen, die du dir durch das Abschliessen von Kursen verdienst, und einen gewissen Notenschnitt (GPA) haben, um den Abschluss zu bekommen.
Als Austauschschüler*in sieht das anders aus. Du musst ein Senior sein, was nicht jede Schule erlaubt. Zudem kann die Schule dir den Abschluss auch verweigern, da du nicht alle Kriterien erreicht hast. Es besteht aber auch die Möglichkeit, dass du über die „Stage” läufst, aber nur ein leeres Diplom bekommst. Hierbei kannst du dann trotzdem die ganze Zeremonie erleben.
Die High School im Vergleich zur Schweizer Schule
Ein grosser Unterschied im Vergleich zum Schweizer Schulsystem ist der Aufbau des Stundenplans. Als Schüler*in hast du die Möglichkeit, aus einer Vielzahl an Pflicht- und Wahlfächern zu wählen, wobei das Niveau der AP-Kurse sehr nahe an dem hier in der Schweiz liegt.
Was definitiv anders ist, ist, dass du keine feste Klasse hast, mit der du jedes Fach absolvierst. Dafür ist die Auswahl viel zu gross.
In den USA gibt es neben der Schule kein so grosses Angebot wie hier. Falls du in der Schweiz für deinen lokalen Fussballklub spielst, würdest du in den USA für den Fussballklub deiner Schule spielen.
Du kannst nun sehen, dass die Schule in den USA nicht nur Schule ist, sondern auch viele Freizeitangebote bietet. Einen Grossteil deiner Zeit wirst du an der Schule verbringen, aber, wie du nun siehst, nicht nur zum Lernen.
In den USA gibt es, wie bei uns den Kantiball, ebenfalls Bälle. Bei ihnen gibt es sogar zwei. Das Homecoming findet am Anfang des Jahres statt und stimmt, wie der Name verrät, die Leute darauf ein, zurück an die Schule zu kommen. Am Ende des Jahres findet dann der bekannte Prom statt. Wie diese genau ablaufen, findest du unter „Besondere Erlebnisse und Traditionen”.
Fächerwahl und Stundenplan
Kurslevel und AP-Kurse
Was ist ein AP-Kurs? AP-Kurse (Advanced Placement) sind High-School-Kurse, die es Schüler*innen ermöglichen, bereits in der High School Punkte für ihr College zu sammeln. Vom Niveau her sind sie auf College-Level, jedoch als Kantonsschüler*in machbar. Sie ermöglichen es den Amerikaner*innen, eine höhere Einstufung bei ihrem College zu bekommen, weshalb die Schulen darauf achten, dass diese bevorzugt werden. In meinem Fall hatte ich gar keine AP-Kurse zur Auswahl.
Neben den AP-Kursen gibt es auch noch andere Level, da du nach der Elementary School oder, wie hier, nach der Primarschule nicht einer bestimmten Schule zugeteilt wirst. Jeder Schüler und jede Schülerin besucht die gleiche Schule. In der Schule selbst wird dann nach Schwierigkeit sortiert. Dabei gibt es das C-Level, das den Grundkurs und das Minimum darstellt. Darauf folgt Honors, das für schnellere Schüler*innen geeignet ist, die auch gerne mehr Stoff lernen. Hierbei gibt es aber keine College Credits. Das höchste Level sind die AP-Kurse, wobei es eine Zwischenstufe geben kann, die sich Dual Enrollment nennt. Diese gibt dir sowohl High-School- als auch College-Credits.
Meine Gastmutter ist Lehrerin. Sie empfiehlt jedem Austauschschüler das Honors-Level, nicht nur wegen der Schwierigkeit, sondern auch, weil du im C-Level auf „Problemkinder” oder nicht motivierte Schüler*innen treffen kannst, die den Unterricht verlangsamen können. Falls dir AP-Kurse zur Verfügung stehen, kann ich dir diese empfehlen. Du musst jedoch beachten, dass für diese oft eine zusätzliche „Fee” bezahlt werden muss.
Pflicht- und Wahlfächer
Die Fächerwahl hilft den Schüler*innen, sich auf ihre Interessen zu fokussieren, wobei es Angebote gibt, die es in der Schweiz nicht gibt. In den USA arbeiten sie mit einem Credit-System, wobei einzelne Kurse unterschiedlich viele Credits geben.
Es gibt Pflichtfächer wie Englisch und Mathematik. Diese werden jedoch in Unterthemen aufgeteilt, wobei du deinen Favoriten wählen kannst. Bei den Naturwissenschaften kannst du zwischen Chemie, Biologie, Physik und vielem Weiteren auswählen. Es gibt auch Social Studies, wobei die Schüler*innen in diesen Jahren einmal US History und einmal Government wählen müssen.
Sport, auch PE genannt, ist in den ersten zwei Jahren Pflicht. Danach ist es einem selbst überlassen, ob die Schüler*innen ihn weiterführen möchten. Fremdsprachen darfst du auch nicht vergessen. Hier kannst du die Sprache frei wählen, je nachdem, was angeboten wird. Entweder lernst du eine Sprache für drei Jahre oder zwei Sprachen für je zwei Jahre.
Du hast also fünf Pflichtfächer, bei denen du aber ein Unterthema wählen kannst, und zwei Wahlfächer, die du komplett auf deine Interessen ausrichten kannst.
Der Guidance Counselor
Jeder Schüler und jede Schülerin hat einen eigenen Guidance Counselor, der dabei hilft, den perfekten Stundenplan zusammenzustellen.
Für dich als Austauschschüler*in ist nur wichtig, dass du dich für alle Pflichtfächer entscheidest, die amerikanische Schüler*innen belegen müssen, um auf ihre benötigten Credits zu kommen. Bei der Wahl dieser und dann vor allem der Wahlfächer gibt es grundsätzlich zwei Optionen. Falls du das Jahr wiederholen wirst, empfehle ich dir, hauptsächlich Fächer zu wählen, die es in der Schweiz nicht gibt und die dich besonders interessieren. Falls du das Jahr nicht wiederholen wirst und in die gleiche Klasse kommst, empfehle ich dir eine Mischform. Wähle einerseits Fächer, bei denen du nicht zu viel Stoff verpasst, andererseits aber auch etwas, das dich besonders interessiert und das du schon immer einmal ausprobieren wolltest.
Kursangebot der Schule
Je nach Grösse der Schule und deren Ressourcen gibt es mehr oder weniger Kurse. Falls du dein Placement bereits hast, kannst du einfach nach der Schule und dem Schulbezirk suchen. Es gibt normalerweise einen Link mit allen Kursen, die deine Schule anbietet.
Für einige davon brauchst du eventuell ein Vorwissen, also musst du einen Vorkurs besucht haben. Grundsätzlich steht dir aber das meiste offen. Falls du Fragen hast, kannst du dich direkt an die Schule oder den Guidance Counselor wenden.
Mein Wahlprozess
Bei der Mathematik gibt es viele Optionen. Ich habe mich für etwas entschieden, das für die 2. Kantonsschule wichtig ist: Trigonometry. In Englisch gibt es keine grosse Auswahl, ich wollte aber ins Honors English, da dieses eine anspruchsvollere Grammatik und ein anspruchsvolleres Vokabular verlangt.
Als Austauschschüler*in bist du dazu verpflichtet, US History zu nehmen. Schliesslich will der Staat, dass du etwas über die USA lernst. Da ich wusste, dass ich als Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht nehmen will, habe ich mich ebenfalls für eine Economics Class entschieden.
Ich habe Physik gewählt, da ich damit in der 2. Kantonsschule gestartet hätte und ich somit nicht zu viel vom Einstieg verpassen wollte. Als Sprache habe ich mich für Spanisch entschieden, da ich es schon immer einmal lernen wollte und sich die perfekte Gelegenheit in den USA ergeben hat.
Als Letztes wollte ich auch sportlich etwas machen, wobei ich mich für eine PE Class, also Sportunterricht, entschieden habe.
Der Stundenplan
Der Stundenplan wird dann von deinem Guidance Counselor zusammengestellt. In den USA gibt es grundsätzlich zwei Arten von Stundenplänen, die sich kaum stärker von der Schweiz unterscheiden könnten.
Die erste Variante ist, dass du jedes Fach 45 Minuten am Tag hast, und zwar jeden Tag. Somit hast du zum Beispiel Mathematik fünfmal in der Woche als erste Stunde, dies das ganze Jahr oder Semester lang.
Dann gibt es aber auch noch die Möglichkeit, wie ich sie hatte, bei der du mit Even und Odd Days arbeitest. Der erste Block ist immer gesetzt, diesen hast du auch jeden Tag. Dann gibt es aber den Unterschied, dass die anderen sechs Blöcke auf je drei pro Tag aufgeteilt werden.
Somit hast du an Tagen, an denen das Datum eine gerade Zahl ist, deinen ersten Block und drei andere feste Klassen, die jeweils eine Stunde und 30 Minuten dauern. An ungeraden Tagen hast du den ersten Block und die anderen drei Klassen.
Die Mittagspause findet normal statt, ist aber nur 25 Minuten lang.
Alles gleich Stundenplan
| Zeit | Montag | Dienstag | Mittwoch | Donnerstag | Freitag |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. Stunde | Mathematik | Mathematik | Mathematik | Mathematik | Mathematik |
| 2. Stunde | Englisch | Englisch | Englisch | Englisch | Englisch |
| 3. Stunde | Spanisch | Spanisch | Spanisch | Spanisch | Spanisch |
| 4. Stunde | Sport | Sport | Sport | Sport | Sport |
| Mittagspause | Lunch | Lunch | Lunch | Lunch | Lunch |
| 5. Stunde | Physik | Physik | Physik | Physik | Physik |
| 6. Stunde | Geschichte | Geschichte | Geschichte | Geschichte | Geschichte |
| 7. Stunde | Economics | Economics | Economics | Economics | Economics |
Even/Odd Day Stundenplan
| Zeit | Even Day | Odd Day |
|---|---|---|
| Block 1 | Mathematik | Mathematik |
| Block 2 | Englisch | Physik |
| Block 3 | Spanisch | Geschichte |
| Mittagspause | Lunch – 25 Min. | Lunch – 25 Min. |
| Block 4 | Sport | Economics |
Unterrichtszeiten und Schulalltag
Unterrichtszeiten
Der offizielle Schultag beginnt um etwa acht Uhr und endet gegen 15 Uhr. Dies kann aber je nach deinen ausserschulischen Aktivitäten variieren. Die Zeiten können sich je nach Typ des Stundenplans unterscheiden. In der Regel dauert ein Block 45 Minuten bis 1,5 Stunden.
Study Hall
Neben dem normalen Unterricht gibt es auch eine sogenannte „Study Hall”. Diese findet im Verlauf des Tages statt, bei mir war es nach der ersten Stunde. In dieser Zeit kannst du lernen, Hausaufgaben erledigen oder dich mit Freunden unterhalten.
Sie dient dazu, dass du allfällige Fragen bei deinen Lehrer*innen klären oder auch Prüfungen und Hausaufgaben nachholen kannst.
Wechsel der Klassenzimmer
Beim Wechsel der Klassenzimmer musst du dich ein wenig beeilen. Vor allem bei grossen Schulen mit vielen Schüler*innen kann die Zeit schnell sehr knapp werden.
Locker
Die bekannten Locker, die du von amerikanischen Schulen kennst, gibt es nicht an jeder Schule. Falls du in einem Schulteam bist oder Sportunterricht hast, bekommst du jedoch einen eigenen.
Anwesenheit und Pünktlichkeit
In den Schulen gilt eine klare Anwesenheitspflicht. Falls du nicht kommen kannst, muss dich deine Gastfamilie abmelden, da unentschuldigte Stunden ein „No-Go” sind.
Auch musst du immer pünktlich im Unterricht erscheinen. Schon wenige Sekunden Verspätung können dazu führen, dass du ins Sekretariat musst.
Sportteams, Clubs und schulische Aktivitäten
Sport als Teil der Schule
Neben dem schulischen Unterricht gibt es nach der Schule auch noch Clubs, Sportteams und Vereine. Anders als in der Schweiz laufen diese über die Schule.
Schau dir alle möglichen Optionen an. Diese sind meistens auf der Website der Schule zu finden. Ich empfehle dir sehr, dich für einen Sport oder Club zu entscheiden, da dies die beste Möglichkeit ist, gute Freunde mit gleichen Interessen zu finden.
JV und Varsity
Es gibt das JV-Team und das Varsity-Team. JV steht für Junior Varsity und bezeichnet die jüngeren Jahrgänge. Dort trainierst du, um später im ersten Team aufzulaufen. Als Junior oder Senior bist du normalerweise im Varsity-Team.
Wie kann ich einem Team beitreten?
Für alle Sportarten brauchst du einen Nachweis mit allen möglichen medizinischen Angaben über dich. Online oder an den Schulen werden Flyer verteilt, die alle nötigen Informationen enthalten, die du brauchst.
Normalerweise gibt es zuerst ein Interest Meeting, bei dem dir das ganze Programm vorgestellt wird. Dort kannst du dich entscheiden, ob es definitiv etwas für dich ist.
Danach finden die „Tryouts” statt, wobei sich alle Interessenten miteinander messen. Anschliessend entscheiden die Coaches, wer es ins Team geschafft hat.
Warst du gut genug, bist du offiziell „Part of the Team” und gehst normal ins Training, mit ein bis zwei Spielen pro Woche.
Sportarten und Saisons
Es gibt je nach Jahreszeit verschiedene Sportarten, die angeboten werden. Für die Sportarten im Winter und im Frühling kannst du dich vor Ort anmelden, da du bis dahin genug Zeit hast.
Falls du dich für einen Herbstsport interessierst, solltest du dich bei deiner Gastfamilie melden. Vielleicht können sie etwas mit der Schule arrangieren, sodass du dich trotzdem bewerben kannst.
Bekannte Sportarten sind natürlich American Football, Basketball, Cheerleading und Fussball. Dann gibt es aber auch Sportarten, die wir weniger kennen, wie Lacrosse, Softball und Field Hockey.
Auf der Website der Schule sind alle Sportarten aufgelistet, die angeboten werden.
Clubs
Falls du nicht sportinteressiert bist oder deine Schule nichts Passendes für dich anbietet, gibt es auch Clubs.
Diese bieten einmal pro Monat ein Meeting nach der Schule an, wobei sich alle treffen und etwas unternommen wird. Hier gibt es viele verschiedene Optionen, wie Sprachclubs, Clubs, die sich für die Community einsetzen, oder auch solche, die das Jahrbuch gestalten.
Diese laufen über das ganze Jahr, weshalb du dich schon früh mit ihnen auseinandersetzen solltest.
Wie trete ich einem Club bei?
Ich selber war in vielen verschiedenen Clubs, weil es bei den Sportteams sehr schwierig war, beizutreten, denn die Schule nahm den Sport sehr ernst.
Bei den Clubs ist alles viel einfacher. Online, meist auf Instagram, werden Termine für das Interest Meeting angekündigt. Dort kannst du ohne Vorbereitung auftauchen und einfach mitmachen.
Falls du merkst, dass du weiterhin hingehen möchtest, musst du eine kleine Fee bezahlen. Dafür bekommst du immer Gratis-Essen und ein T-Shirt. Falls du nach der Schule noch etwas unternehmen möchtest, kann ich dir diese Clubs sehr empfehlen.
Bei beiden Optionen fallen zusätzliche Kosten an. Sprich dich zuerst mit deinen Eltern ab, da diese je nach Auswahl nicht gerade günstig sein können.
School Spirit
Auch sonst setzen sich die Schulen und Schüler*innen dafür ein, dass ein grösserer „School Spirit” besteht. Es gibt über das ganze Jahr verteilt „Spirit Weeks” mit verschiedenen Themen, bei denen du dich verkleiden kannst.
Nebenbei gibt es auch „Pep Rallies”, die während des Unterrichts stattfinden, um die Schüler*innen abzulenken und Spass zu haben.
Beziehungen zwischen Schülern und Lehrpersonen
Allgemeiner Umgang
Ganz offensichtlich und direkt wirst du merken, dass Lehrer*innen sehr offen und freundlich mit den Schüler*innen umgehen. Es ist eine komplett andere Beziehung als hier in der Schweiz. Auch wenn die Beziehung enger ist, wird grosser Wert darauf gelegt, dass du die Lehrer*innen immer mit Mr/Mrs + Nachnamen ansprichst. Einige Lehrer*innen sind auch entspannter und geben dir einen „Fistbump”, also einen Faustgruss.
Es gibt auch Lehrer*innen, die um einiges strenger sind. Hierbei handelt es sich aber eher um Aufsichtspersonen und nicht direkt um diejenigen, die dir Unterricht geben. Wichtig ist, dass du dich an alle Regeln hältst und nicht unnötig auffällst.
Kommunikation und Unterricht
Die Schüler*innen werden dazu ermutigt, Fragen zu stellen und sich aktiv am Unterricht zu beteiligen. Dadurch entsteht während des Unterrichts ein direkter und regelmässiger Austausch zwischen den Schüler*innen und der Lehrperson.
Vor und nach dem Unterricht sind die Lehrpersonen sehr offen, sie kommen auf dich zu und stellen verschiedene Fragen: wie es dir geht, was du momentan neben der Schule machst und vieles mehr. Dies schafft noch einmal eine engere Beziehung, was den Unterricht um einiges entspannter und angenehmer macht.
Die Kommunikation im Unterricht hängt ebenfalls von der Lehrperson ab, da einige gerne Gespräche und Diskussionen führen, andere aber nur reden und selten die Schüler*innen direkt involvieren. Du kannst dich natürlich, wie auch in der Schweiz, immer melden und Fragen sowie Unklarheiten klären.
Auch neben der Schule besteht die Gelegenheit, mit ihnen in Kontakt zu kommen. Sehr beliebt ist ein klassisches E-Mail, jedoch ist auch die App Canvas stark verbreitet, die ähnlich wie Teams funktioniert.
Unterstützung durch Lehrpersonen
Viele Lehrpersonen stehen ihren Schüler*innen auch ausserhalb des normalen Unterrichts für Fragen oder zusätzliche Erklärungen zur Verfügung. Bei schulischen Problemen kannst du dich jederzeit melden, während des Unterrichts, während der Study Hall oder von zu Hause aus. Die Lehrer*innen melden sich immer sehr schnell zurück, somit ist alles rasch geklärt.
Falls du zusätzliche Hilfe brauchst, kannst du dir während der Study Hall einen Pass holen. Somit hast du genug Zeit, um alle Fragen zu klären, und die Lehrer*innen können sich voll auf dich konzentrieren, da sie sich nicht noch um eine ganze Klasse kümmern müssen.
Auch nach oder vor der Schule besteht die Möglichkeit, Unterstützung bei persönlichen Problemen zu bekommen. Hier besteht aber auch die Möglichkeit, dich an deinen Counselor zu wenden. Er oder sie hilft dir immer gerne.
Lehrpersonen ausserhalb des Unterrichts
Sehr oft ist eine Lehrperson neben dem Unterricht auch Coach eines Sportteams, somit könnte dein Mathelehrer auch dein Volleyballcoach sein. Auch dies führt zu einer anderen Beziehung, als du es aus der Schweiz gewohnt bist.
Neben Coaches gibt es aber auch Betreuer*innen, die einen Club unterstützen, somit ist es nicht unwahrscheinlich, dass deine Spanischlehrperson auch im Spanischclub tätig ist. In einem Club führst du andere Gespräche als mit einer normalen Lehrperson, somit wird deine Beziehung zu einigen Lehrpersonen besser sein als zu anderen.
Durch all diese Angebote und Möglichkeiten gibt es einen grösseren Austausch von Schüler*in zu Lehrer*in, was zu einem grösseren Verständnis zwischen ihnen führt und somit das Leben im Unterricht vereinfacht.
Meine Erfahrungen während des Austauschjahres
Wie diese Beziehung tatsächlich erlebt wird, hängt natürlich von der jeweiligen Schule und den einzelnen Lehrpersonen ab. Während meines Austauschjahres konnte ich selbst Erfahrungen damit sammeln.
Mein Geschichtslehrer war sehr an der Schweiz interessiert, er reist gerne und wollte alles über die Schweiz wissen, somit hatten wir oft vor oder nach dem Unterricht noch ein kleines Gespräch. Ausserdem wollte er immer Vergleiche ziehen: Als wir einen Fire Drill durchgeführt haben, wollte er direkt wissen, wie es in der Schweiz abläuft. Auch mit den anderen Schüler*innen verstand er sich sehr gut, er wollte immer sicherstellen, dass es jedem gut geht, und wenn nicht, offerierte er ein Stück Schokolade.
Mein Spanischlehrer war auch im Spanischclub eine Aufsichtsperson, und wir haben uns auch dort über die Schweiz und das Leben hier in den USA unterhalten. Als Austauschschüler*in musst du dir bewusst sein, dass du oft mit verschiedenen Lehrpersonen über das Gleiche reden wirst.
Als persönliche Erfahrung empfinde ich die Beziehung zwischen Schüler*in und Lehrer*in in den USA als angenehmer. Du weisst, dass sich die Lehrperson um einen kümmert, alles scheint persönlicher, was auch das Lernen und den Unterricht angenehmer macht. Du hast mehr Freude, da du die Lehrperson nicht nur mit dem Unterricht, sondern auch mit mehr verbindest.
Leistungsbewertung und Notensystem
Das Bewertungssystem
Du denkst dir sicher: Ich gehe ins Ausland, meine schulischen Leistungen haben nicht die höchste Priorität. Da stimme ich dir zu, bei mir war es genauso.
Ich erkläre dir trotzdem, wie das Bewertungssystem aussieht, da du für deine Austauschorganisation dennoch einen gewissen Durchschnitt brauchst. Du kannst die Tabelle auch verwenden, um deine Schweizer Noten in die amerikanischen umzuwandeln.
Amerikanische Noten und GPA
Die Bewertung der Tests erfolgt im amerikanischen Schulsystem nicht mit den Noten von 6 bis 1, sondern mit Buchstaben von A+ bis F. Ein „A+” entspricht demnach einer „6″, während ein „F” einer „1″ und somit mangelhaft entspricht.
An den amerikanischen Schulen verwenden sie das sogenannte GPA-System (Grade Point Average). Es wertet die Noten anhand von Buchstaben aus.
Schweizer Note | Definition | Internationales Notensystem | GPA (4.0) |
6 / 5.5 | Excellent | A+ | 4.0 |
5 | Good | A | 4.0 |
4 / 4.5 | Satisfactory | B | 3.0 |
3.5 | Pass | C | 2.0 |
3 / 2.5 | Poor | D | 1.0 |
2 / 1 | Fail | F | 0.0 |
Prüfungen, Präsentationen und Assignments
Die Noten entstehen auch nicht nur durch Prüfungen wie hier in der Schweiz. Sie setzen sich aus zwei Aspekten zusammen.
Zum einen gibt es die klassischen Prüfungen und Präsentationen, zum anderen werden auch Hausaufgaben und sogenannte „Assignments” benotet. Das Hauptgewicht liegt natürlich auf den Prüfungen. Um aber sicherzustellen, dass jeder auch seine Schularbeiten erledigt, gibt es auch dafür Noten.